Über Übergänge, Älterwerden und das stille Neu-Sortieren des Wesentlichen
Nicht alles im Leben verändert sich auf einen Schlag.
Manches verschiebt sich langsam.
Fast unmerklich.
Eine Lebensphase geht zu Ende, ohne dass es einen klaren Abschluss gibt.
Eine neue beginnt, ohne dass sie sich schon sicher anfühlt.
In diesen Zwischenräumen entsteht oft Unruhe.
Der Wunsch, Ordnung zu schaffen.
Oder wenigstens Orientierung.
Doch Übergänge lassen sich selten planen.
Sie brauchen Zeit.
Und Aufmerksamkeit.
Zwischen den Lebensphasen ordnen wir nicht nur Dinge.
Wir ordnen Erinnerungen.
Erwartungen.
Und das Bild, das wir von uns selbst hatten.
Was früher selbstverständlich war, passt plötzlich nicht mehr.
Was lange getragen hat, wird schwer.
Und Neues ist noch nicht greifbar.
Minimalismus kann in solchen Phasen ein stiller Begleiter sein.
Nicht als Konzept,
sondern als Einladung, genauer hinzuschauen.
Was darf bleiben, weil es mich wirklich stärkt?
Was darf gehen, weil es zu einer früheren Version meines Lebens gehört?
Älterwerden bedeutet nicht, weniger Möglichkeiten zu haben.
Oft bedeutet es, klarer zu wählen.
Zwischen den Lebensphasen entsteht Ordnung nicht durch Geschwindigkeit.
Sondern durch das Zulassen von Ungewissheit.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Klarheit:
nicht alles sofort neu zu sortieren –
sondern dem Wandel Raum zu geben.
Dieser Text gehört zu einer Sammlung von Gedanken über Minimalismus, Klarheit und inneres Aufräumen.
Diese Gedanken gehören zusammen
Manche Gedanken wirken weiter,
wenn sie nicht allein bleiben.
Austausch & Begegnung